Die 5 häufigsten Anfängerfehler in der mobilen Hühnerhaltung

Die mobile Hühnerhaltung bietet große Flexibilität und ermöglicht den Aufbau eines modernen Eierproduktionssystems, das auf dem Wohl der Tiere basiert. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe entscheiden sich für mobile Hühnerställe, da sie darin eine Chance für Wachstum und mehr Unabhängigkeit sehen.

Gleichzeitig unterscheiden sich die Anfänge der mobilen Hühnerhaltung in der Praxis oft deutlich von den theoretischen Vorstellungen. Selbst kleine Details können einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Tiere, den Arbeitsaufwand des Betriebsleiters und die Qualität der Eier haben.

Basierend vor allem auf den Erfahrungen unserer Kunden haben wir einige der häufigsten Fehler und Situationen zusammengestellt, die zu Beginn der mobilen Hühnerhaltung auftreten.

Zu späte Eingewöhnung der Hühner in den Mobilstall

In der mobilen Hühnerhaltung ist der richtige Zeitpunkt für den Umzug der Junghennen in den endgültigen Stall von großer Bedeutung. Viele Züchter tun dies erst, wenn die Herde bereits eine hohe Legeleistung erreicht hat, was oft den späteren Betrieb des gesamten „Systems“ erschwert.

Einer unserer Kunden hat darauf hingewiesen, dass es sich am besten bewährt, die Hühner etwa in der 18. Lebenswoche einzustellen. Dadurch haben die Tiere Zeit, sich in Ruhe an den neuen Ort zu gewöhnen, noch bevor sie in die höhere Legeleistung eintreten, die in der Regel in der 20. bis 21. Woche etwa 50 % erreicht.

Gerade in dieser Zeit lernen die Hühner:

•    die Nester zu nutzen,

•    sich im Stall zu bewegen,

•    die Anordnung der Tränken und Futtertröge,

•    die tägliche Routine der gesamten Herde.

Wenn die Hühner zu spät in den mobilen Stall kommen, meist wenn sie bereits voll legereif sind, treten häufiger Probleme mit Eiern auf, die außerhalb der Nester abgelegt werden. Die Tiere gewöhnen sich schnell an ihre früheren Gewohnheiten, und später ist es schwieriger, diese zu ändern.

Daher hat der richtige Zeitpunkt für die Einstallung der Herde nicht nur großen Einfluss auf die Arbeitsorganisation des Landwirts, sondern auch auf das Wohlbefinden der Tiere und die spätere Produktionsqualität.

Falsche Einstellung des Fütterungssystems

In der mobilen Hühnerhaltung spielen tägliche Details rund um die Fütterung der Herde eine große Rolle. Viele Anfänger konzentrieren sich hauptsächlich auf die Qualität des Futters und vernachlässigen dabei die richtige Einstellung des Futterstands in den Trögen.

Genau hier entstehen häufig die ersten vermeidbaren Verluste.

Falsch eingestellte Futterautomaten können folgende Probleme verursachen:

• Verschütten von Futter und dadurch höherer Verbrauch,
• zusätzlicher Reinigungsaufwand im Stall,
• höhere Kosten für die Haltung der Herde.

Eine häufige Ursache ist ein zu hoher Futterstand in den Trögen oder eine falsche Einstellung der Futterhöhe. Die Hühner beginnen dann, das Futter auszuwählen und außerhalb der Tröge zu verstreuen.

Auch wenn es wie ein Detail wirkt, können bei größeren Herden selbst kleine tägliche Verluste zu spürbaren Kosten führen.

Deshalb ist es wichtig, regelmäßig die Einstellung der Futterautomaten, die Menge des zugegebenen Futters und das Verhalten der Herde während der Fütterung zu kontrollieren. Ein gut abgestimmtes System hilft, Verluste zu reduzieren und die tägliche Arbeit deutlich zu erleichtern.

Zu frühes Herauslassen der Hühner auf den Auslauf

Ein weiterer Fehler ist es, die Hühner nach dem Einzug in den neuen Stall zu früh nach draußen zu lassen.

Hühner brauchen Zeit, um sich an den neuen Ort, die Nester und die gesamte Umgebung zu gewöhnen. Wenn sie sofort auf den Auslauf gelangen, kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen, und die Eier werden möglicherweise außerhalb der Nester gelegt.

In der Praxis hat es sich sehr gut bewährt, die Hühner in den ersten Tagen ausschließlich im Stall zu lassen:

„Nachdem wir die Hühner eingesetzt hatten, haben wir sie einige Tage lang nicht nach draußen gelassen, damit sie sich an den Stall gewöhnen konnten. Sehr schnell begannen sie, Eier in die Nester zu legen, und dank dessen hatten wir nur sehr wenige Eier, die außerhalb der Nester abgelegt wurden.“ – sagte der Landwirt, der unseren Hühnerstall seit über einem Jahr benutzt.

Dies zeigt, wie wichtig die ersten Tage nach Beginn der Aufzucht sind. In der Praxis führt ein gut gestarteter erster Abschnitt sehr oft zu weniger Problemen in den folgenden Wochen.

Mangelnde Sauberkeit der Nester

Qualität und Sauberkeit der Eier hängen vor allem von den Bedingungen in den Legenestern ab. Dieser Bereich wird am Anfang häufig unterschätzt, hat in der Praxis jedoch einen sehr großen Einfluss auf das Endergebnis des gesamten Prozesses.

Zunächst ist die Sauberkeit der unteren Ebene des Stalls besonders wichtig. Regelmäßiges Nachstreuen von frischer Einstreu zum Scharren hat einen großen Einfluss auf die Sauberkeit der Hühner – insbesondere ihrer Krallen – sowie der Eier selbst. Dort reinigen die Hühner auf natürliche Weise ihre Krallen, bevor sie auf die obere Ebene und anschließend in die Legenester gehen. Eine gut gepflegte Einstreu reduziert daher deutlich die Verschmutzung im gesamten Stall.

Besonders bei feuchter oder regnerischer Witterung steigt das Risiko verschmutzter Eier deutlich an. Wird die Einstreu in den Nestern und im unteren Stallbereich nicht regelmäßig nachgestreut oder erneuert, verschmutzen die Eier schneller. Das kann zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen.In der Praxis sind vor allem folgende Punkte entscheidend:

• regelmäßiges Auffüllen des Einstreumaterials in den Nestern – auf etwa 6–8 cm Höhe,
• Aufrechterhaltung einer trockenen und sauberen Umgebung auf der unteren Stall-Ebene,
• schnelle Reaktion auf verschlechterte Bedingungen (z. B. nach Niederschlägen).

In vielen Betrieben haben sich Dinkelspelzen sehr gut bewährt, da sie helfen, die Sauberkeit der Eier zu erhalten und den Komfort der Nestnutzung zu verbessern.

Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass bei besonders feuchten Bedingungen auch Nester mit Eiabrollsystem in Betracht gezogen werden sollten, da sie den Kontakt der Eier mit verschmutztem Untergrund zusätzlich reduzieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch leicht zu reinigende Matten, die in solchen Nestsystemen verwendet werden.

Zu geringe Anzahl an Schutzunterständen im Auslauf

Einer der am häufigsten übersehenen Aspekte bei der Planung der mobilen Hühnerhaltung ist die richtige Gestaltung des Auslaufs im Hinblick auf natürliche Schutzmöglichkeiten für die Hühner.

Viele Anfänger konzentrieren sich in erster Linie auf den Stall selbst und die Umzäunung und vergessen dabei, dass die Tiere im Auslauf Orte benötigen, an denen sie sich sicher fühlen und ungestört ausruhen können.

Ein Mangel an geschützten Bereichen kann zu folgenden Problemen führen:

• höherem Stress innerhalb der Herde,

• einer ungleichmäßigen Nutzung des gesamten Auslaufs,

• einer erhöhten Anfälligkeit für Angriffe durch Raubtiere,

• Unruhe und häufigem Zusammendrängen der Hühner an einem Ort.

Schutzmöglichkeiten im Auslauf können verschiedene Formen annehmen – niedrige Bäume und Sträucher, spezielle Unterstände oder Elemente, die Schatten und Versteckmöglichkeiten bieten.

In einem Betrieb trat nach einiger Zeit ein Problem mit einem Raubvogel auf, der die Herde angriff. Wie der Landwirt selbst anmerkte:

„Zu diesem Zeitpunkt gab es im Auslauf zu wenige Versteckmöglichkeiten, und der Räuber hatte Jungtiere, was seine Jagdaktivität zusätzlich erhöhte.“

In der Folge ging ein Teil der Herde verloren, was zeigte, wie wichtig eine angemessene Gestaltung des Raums außerhalb des Stalls ist.

Ein gut geplanter Auslauf ist nicht nur ein Bewegungsbereich, sondern auch eine Umgebung, in der sich die Tiere sicher fühlen.

Die mobile Hühnerhaltung bietet große Möglichkeiten, doch in der Praxis hängt ihr Erfolg vor allem von einem guten Start und den kleinen, alltäglichen Entscheidungen ab. Gerade zu Beginn des Abenteuers mit dem mobilen Hühnerstall treten am häufigsten Fehler auf, die später nur schwer zu beheben sind und sich sowohl auf die Arbeitsorganisation als auch auf die Produktionsergebnisse auswirken.

Wie die Erfahrungen der Züchter zeigen, sind unter anderem eine ruhige Eingewöhnung der Herde, eine gute Vorbereitung des Auslaufs und das Einbringen der Hühner in den Stall zum richtigen Zeitpunkt entscheidend.

Auch wenn jedes dieser Elemente für sich genommen einfach erscheint, ist es doch erst ihr Zusammenspiel, das ein gut funktionierendes System schafft.